Das Mammografie-Screening hat bereits große Erfolge zu verzeichnen – trotzdem liegen die Reihenuntersuchungen global in der Nutzung moderner Informationstechnologien noch weit zurück.
Derzeit basiert die komplette Mammografie-Screening-Organisation noch auf der Technik des konventionellen Röntgens. Qualitätssicherung, Bildtransport, Bildarchivierung, Hängeprotokolle, doppeltes Lesen und Schulungen – alles wurde ausschließlich für die filmbasierte Mammografie ausgearbeitet und optimiert.
Zwischen der heutigen, filmbasierten Mammografie und anderen, möglichen digitalen Bildgebungsmodalitäten, wie beispielsweise Ultraschall- (US) und MRI (Magnetic Resonance Imaging)-Systemen besteht eine deutliche Kluft in der Informationstechnologie, die den wirksamen Einsatz von elektronischen Patientenakten, von Telemedizin, Computerunterstützung und einer wirksameren Zusammenarbeit in der Mammografie derzeit noch verhindert.
Für diese Situation in der Mammografie gibt es zwei wesentliche Gründe:
Erstens: Digitale Mammografiegeräte und -detektoren sind erst seit 1999 im Handel erhältlich (General Electric und nun Fischer, Siemens, Fuji und Lorad-Hologic). Zweitens: Es fehlen geeignete Softcopy-Reading (SCR)-Systeme. Diese, von Radiologen für das Lesen der hochauflösenden Displays erforderliche Softcopy-Reading-Software und -Technologie wurde um 1999 von den internationalen und medizinischen Gemeinschaften als vordringlichster IT-Engpass für die Implementierung der digitalen Mammografie definiert.
Das zweijährige SCREEN-Projekt wurde im Januar 2000 mit dem Ziel gestartet, ein Softcopy-Reading-System mit hohem Durchsatz zu entwickeln, welches das filmbasierte Reading bei europäischen Mammografie-Screenings ersetzen kann. Das SCREEN-Projekt erreichte dieses Ziel im Frühjahr 2002 und eine erste marktfähige Systemversion wurde im April 2002 eingeführt.
(SCREEN, IST-1999-10246, wurde von der EU innerhalb des 5. Rahmenprogramms gefördert).